Alternative für Deutschland (AfD), Pegida und der rassistische Kapitalismus – Vorwort

AsylbewerberInnen werden verprügelt, Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesetzt, Europa macht zu und versenkt Flüchtlingsboote. Rechts-konservative Parteien und Bewegungen in Europa haben starken Zulauf und rücken die parlamentarische Politik nach rechts.

Der Neoliberalismus versprach dem Kapital höhere Profite und den Lohnarbeitenden mehr Freiheit als der in die Krise geratene Fordismus. Letzterer kam Mitte der 1970er Jahre in die Krise. Ökonomisch war dies ein weiterer Sieg der kapitalistischen Klassen, der Klassenkompromiss mit seinen Schutzrechten für die lohn-arbeitenden Klassen wurde aufgekündigt, Schutzrechte abgeschafft (liberalisiert) und Handelshemmnisse abgebaut. Ideologisch gescheitert ist der Neoliberalismus, da das Mehr an Freiheit lediglich in einem Freiheit von Schutz, in der Freiheit zu geringerer Entlohnung und in der Freiheit zu Zwangsarbeit bestand. Getragen wurde der Neoliberalismus durch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Für diese war man bereit Opfergaben zu bringen. Aber der Um-Verteilungsspielraum wurde aufgrund der zunehmenden Stärke der Klassen des Kapitals kleiner. Der kleinbürgerliche Alltagsverstand sah das „Sparen“ als etwas positives an. Der Staatshaushalt wurde zum Privathaushalt umdefiniert. Da kann man natürlich nicht mehr ausgeben als man hat. Das geht ja nicht. Und so wirkten die Ausgebeuteten aktiv an ihrer Ausbeutung mit und machten die Kapitalisten reicher und sich selbst ärmer. Und so wiederholt sich bis heute das, was Marx wie folgt auf den Punkt brachte: „Die Akkumulation von Reichtum auf dem einen Pol ist also zugleich Akkumulation von Elend, Arbeitsqual, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalisierung und moralischer Degradation auf dem Gegenpol, d.h. auf Seite der Klasse, die ihr eignes Produkt als Kapital produziert“ (MEW 23, 675). Der zu verteilende Kuchen wird politisch gewollt immer kleiner und (bisher) große Teile der lohnarbeitenden Klassen sind bereit, diesen kleiner werdenden Kuchen zu verteidigen. Sie verteidigen ihn aber nicht gegen weitere Einschnitte durch die Herrschenden, sondern sie verteidigen ihn durch Rassismus und Nationalismus.

Dies ist eine ganz grobe Skizze der Ausgangslage dieser Artikelreihe. Es werden mehrere Artikel, denn die Analyse und Bekämpfung von Rassismus, Nationalismus und Faschismus hat viele Aspekte und Dimensionen. So werde ich mit einer historischen Analyse des Aufstiegs des Rassismus beginnen. Weitere Artikel zur psychologischen, pädagogischen, sozialökonomischen, staats-, ideologie- und klassenheoretischen Dimension werden die nächsten Wochen folgen.

Anm.: Am Ende der Artikelserie werde ich ein Literaturverzeichnis erstellen.

Autor: Anders Leben

Unser Stadtteil ist mein Raum der Veränderung – Diskussionsbeitrag zum Libertären Kommunalismus

NachbarInnen wehren sich gegen steigende Mieten. Sie werden Mitglied in Mieterhilfsorganisationen wie der Deutsche Mieterbund oder Mieter helfen Mieter. Hausversammlungen werden organisiert. Auf den Treffen wird sich über die eigenen Rechte informiert und gemeinsame Strategien entwickelt. Schnell wächst bei vielen das Bewusstsein, dass mensch nicht nur selber betroffen ist, sondern es anderen Menschen genau so geht. Die Bildung einer Recht auf Stadt Bewegung ist die logische Konsequenz, wenn zudem das Bewusstsein entsteht, dass mensch nur gemeinsam stark ist. weiter

Ich fange an – Eine realistische Vision: Nachbarschaftsdemokratie

Das Geld wird immer knapper. Es fehlt am Nötigsten. Die Mieten steigen. Die Einen haben zu viel Arbeit, die Anderen gar keine. Und die Politik ist so abgehoben, dass sie nicht mehr sieht, was die einfachen Menschen brauchen und wollen.

Muss das so sein? Gibt es hierzu denn gar keine Alternative? Wir sagen: „Doch, es gibt eine Alternative!“ Und die ist sogar ganz einfach. Wir können etwas verändern. Jede und jeder kann sofort beginnen. Warum lange warten und sich weiter ärgern?

Ich habe an meinen Briefkasten Symbole, wie eine Bohrmaschine oder Waffeleisen, geklebt und damit meinen Nachbarn signalisiert: Das könnt ihr bei mir ausleihen. So lassen sich Kosten sparen, denn nicht alles muss jeder zu hause habe. Teilen ist das neue Besitzen. Und ganz nebenbei kommt man miteinander ins Gespräch. Einigeln war gestern. Heute zählt wieder das Miteinander. Die Zeiten sind hart genug, da müssen wir uns nicht noch gegenseitig das Leben schwer machen. (siehe auch Pumpipumpe)

Bei dieser Gelegenheit. Wie wäre es im Sommer mit einem Straßenfest? Ein paar Tapeziertische, ein paar Tischdecken mit freundlich hellen Farben auflegen, duftende Waffeln mit Puderzucker, ein runder Kuchen mir saftigen Pfirsichen und für die Kinder bunte Straßenmalkreide; und schon kann es los gehen.

Klar ist nicht alles Friede, Freude, Pfirsichkuchen. Da gibt es Streit unter Nachbarn. Da gibt es aber auch gemeinsame Probleme. Der Streit wird Nebensache, wenn man sich zusammen Gedanken darüber machen muss, wie das kommende Herbstfest organisiert wird. Doch wie umgehen mit der geplanten Sanierung des Viertels? Dann sollen auch noch die Mieten steigen. Wer soll das noch bezahlen? Der ganze Stadtteil soll umgekrempelt werden. Das geht so nicht! Jetzt ist es an der Zeit, sich mit den Nachbarinnen und dem Nachbar, die in einer anderen Straße wohnen und die man nur vom Supermarkt nebenan vom Sehen kennt, mal zu treffen. „Stopp! So nicht!“ lautet das Signal des Viertels. Und plötzlich kennt man Menschen und macht und tut, und bewegt was. Das hätte man sich vorher im Traum nicht vorstellen können.

Gemeinsam mit meinen Nachbarinnen und Nachbarn habe ich Erfolge erzielt. Wir haben einen Weg gefunden; wir haben uns nicht alles bieten lassen. Jetzt veranstalten wir eine Konferenz. Klar, so was trauen wir uns jetzt zu! Wir laden andere ein. Wir erzählen von unserem Weg, sie berichten von ihrem. Ab jetzt gegen wir gemeinsame Wege!

Es ist nicht immer leicht, die unterschiedlichen Meinungen und Kulturen unter einen Hut zu bringen. Aber wir schaffen das, weil wir uns respektieren. Wir hören einander zu, lassen den anderen aus reden, denn wir wissen, jeder hat ein Recht auf seine Meinung. Jeder hat seine Erfahrungen, und es sind seine Erfahrungen, es sind nicht meine. Und so kommen wir uns immer näher und einigen uns. Wenn wir es mal nicht tun, dann gibt es Nachbarinnen und Nachbarn, die machen, worauf sie Lust haben. Und zugeben, ich bin ja nicht so der Gärtner, aber die knallroten Erdbeeren aus dem Gemeinschaftsgarten sind echt lecker. Gut, dass die das gemacht haben! Und unser Umsonstladen ist auch ein voller Erfolg. Hier darf sich jede und jeder drei Teile aussuchen und mitnehmen. Wenn einem im nächsten Sommer das grüne T-Shirt mit der gelben Sonnenblume nicht mehr gefällt, kein Problem. Jemand anderes findet es toll und kann es gebrauchen.

Weil aus unserer Nachbarschaftsinitiative so etwas tolles geworden ist, fährt morgen jemand nach Bremen und hilft dort den Nachbarinnen und Nachbarn beim Aufbau eines Nachbarschaftszentrums. Abends berichtet sie dann aus Hamburg. Anschließend gibt es ein gemeinsames Essen. Damit nicht alles gekauft werden muss – wovon auch, das Geld ist knapp – gibt es selbst angebautes frisches Obst und Gemüse genauso wie weggeworfene leckere Lebensmittel aus dem Supermarkt. Denn das Mindeshaltbarkeitsdatum sagt eben nur, wie lange etwas mindestens haltbar ist und nicht wie lange etwas längstens haltbar ist. Der eingepackte Käse leuchtet gelb und riecht aromatisch nach Käse. Na dann, guten Appetit!

Ich habe angefangen. Ich habe neue Freunde gefunden, in meiner Straße, in meinem Viertel, in meiner Stadt, in anderen Städten. Gemeinsam verändern wir etwas, gemeinsam feiern wir. Das Wir gewinnt! Wir gehen diesen Weg gemeinsam und überwinden den Kapitalismus und die Fremdbestimmung. Ab jetzt bestimmen wir wie wir arbeiten und leben wollen!

Libertärer Kommunalismus Haupttext 26012015

Pazifismus bei Tolstoi und Einstein

Im nachfolgenden stelle ich die Kernpunkte von Einsteins und Tolstois Pazifismus dar, wobei die Reihenfolge willkürlich gewählt ist, da es keinen, direkten nennenswerten Bezug zwischen beiden gab. Auf den Physiker Einstein und seine physikalischen Theorien werde ich nicht eingehen. Bei Tolstoi sind es die Jahre nach seiner Lebenskrise bis zu seinem Tod, die sein politisches Denken am besten verdeutlichen, und auf die ich mich beziehen werde. Die Beschäftigung mit Einstein und Tolstoi zeigt zwei unterschiedliche Auffassungen von Pazifismus. Analoge Unterschiede im Pazifismus lassen sich z.B. auch bei der Debatte der ‘Bündnis 90/ Die Grünen’ zum Krieg in Ex-Jugoslawien finden. Im nachfolgenden sollen beide ‘Theorien’ untersucht und einer Analyse unterzogen werden. Sowohl bei Einstein als auch bei Tolstoi sollen die Vordenker ihrer ‘Theorien’ mit berücksichtigt werden. Weiterlesen

Ursachenbetrachtung von Vergewaltigungen im Krieg

Die Auswahl dieses Themas habe ich aufgrund mehrerer Nachrichten über Massenvergewaltigungen in Ex-Jugoslawien getroffen. Dabei sind mir sofort die Vergewaltigungen im 2.Weltkrieg eingefallen. Durch diese Parallele stellt sich für mich die Frage, worin die Ursachen für Vergewaltigungen im Krieg liegen. Die Ursachen für einen Krieg sind so vielfältig, daß es mir nicht möglich ist, sie hier in ihrer Bandbreite zu behandeln. Exemplarisch sind hier nur die Lebensumstände, die Ausbeutung und Unterdrückung, die Arbeitslosigkeit, die übersteigerte Gruppenzugehörigkeit, das Machtstreben und die psychologische Kriegsvorbereitung zu nennen.  Weiterlesen

Kritik am Dritten Weg der Sozialdemokratie

Der Standpunkt der Kritik dieses Referats wird abgeleitet aus den Mängeln der Ordnungssoziologie, da diese zum einen den Blick auf gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge verloren hat und zum anderen ihre Begriffe Ordnungsbegriffe sind, die die Welt nur erklären und entmystifizieren. Die kritische Gesellschaftstheorie geht hingegen von begreifenden Begriffen aus, die erstens die unterdrückte und verschleierte Seite eines Objektes öffentlich macht und zweitens dadurch Eingriffsmöglichkeiten für eine emanzipatorische Veränderung eröffnet. Zudem orientiert sich die kritische Gesellschaftstheorie an der existentiellen Situation der Menschen. Weiterlesen